Die Weinsmühle.

Gehen wir ungefähr 10min weiter bachabwärts, gelangen wir an die Weinsmühle -- bzw. "was davon übrig ist". Die Mühle war sehr dicht am Wasser gebaut ... bald hatte der Bach die Fundamente erreicht und die Mauern fielen dem Wasser zum Opfer.

Die Geschichte dieses Gebäude ist weitestgehend unbekannt. Auch über den Zweck. dieser Mühle. Auffallend sind jedoch, das in dem Talabschnitt, der nun folgt, verschiedene Gebäude, Mauerreste etc uns begegnen, über deren Zweck wir heute nur noch spekulieren können. Alle haben jedoch eines gemeinsam:

Die Bauweise deutet auf Entstehung im 12., 13. und  14. Jahrhundert hin ... Trockenmauerwerk ohne Lehm, oder nur mit wenig Lehm als Mörtel, die Gebäudeabmessungen entsprechen den zu dem Zeitpunkt üblichen Maßen. (Einraum-Haus, 5 auf 4m oder 4 auf 4 m)

Einige Mauern scheinen später gesetzt worden zu sein: Sie entsprechen der "geschalten" Bauweise (Bretter innen, Bretter aussen, Abstand ca. 40cm, innen wie aussen Steine schichten, Lehm dazwischen werfen, Bretter nachziehen ...) aus Mitte 16. Jahruhndert.

... Viel Raum für Fantasie .... 

Wer hier im November alleine herumstreift, meint, man könne gleich Siegfried oder Arthus begegnen ... zu Pferd, zu Fuss ...

Juni 2014 :
Mittlerweile erreichte mich eine Email:
Die letzten Bewohner der Mühle waren "Weins Ernst" und "Weins Kat".  Die Mühle wechselte dann den Besitzer und wurde Pfadfinder-nest. Das muss in den 1950er Jahren gewesen sein. Ein Feuer vernichtete die Mühle und lies sie bis auf die Grundmauern niederbrennen.

Es gab einen sehr schön angelegten Gemüse Garten, der die Müller auch in Zeiten der Not gut ernähren konnte. Es wird von Zeiten der bitteren Armut berichtet. Auch hier gingen die Schulkinder, wohl um 1880 ins Dorf Gondershausen jeden morgen - auch in finsterer Nacht - in die Schule.

Update April 2016:
Die Weinsmühle ist doch nicht abgebrannt. Ich denke, das das Abbrennen  zur nach folgenden Mühle gehörte - nicht zur Weinsmühle. Denn .... es gab Zwei Weinsmühlen. Die "obere" ... und die "untere."
Daher sind die Geschichten ... nicht immer eindeutig.
Jedenfalls diese hier ... 
zerfiel einfach.
Herr Arno Quirin / Gondershausen / übermittelte mir Fotos / Texte :
Copyright der Bilder : liegt beim Ersteller. Sie wurden mir zur Veröffentlichung übermittelt.

Nach einem  mir zu gemailten Text gibt es zur  Weinsmühle folgendes zu berichten :

Hiernach sei das erste schriftliche Zeugnis zur Existens der Weinsmühle ein Kellereibericht aus dem Jahre 1738. Darin hiesse es Die Mühle des Herren Philipp Pinger hat einen Mahlgang und ist schlecht im Bau. Die Pacht an den Grafen von Bassenheim beträgt 10 Petermännchen oder 16 Kreuzer und 5 1/3 Heller an Cappengeld, weil das Stauwehr teilweise auf kurtrierischem Boden liegt. Die Mühle leidet an Wassermangel und muss daher clausen (Wasser anstauen Anm. d. Verfassers)

Da der Mühlenstandort der Weinsmühle der bessere von beiden  Obergondershausener Mühlen sei, könne man noch von einem wesentlich älteren Datum für die Errichtung der Mühle an diesem Standorte ausgehen. Pinger stamme aus Mermuth, heiratete 1714 die Margareta Braun aus Beulich. [....]

Aus dem Text gehen verschiedene Verwendungszwecke der Mühle hervor:

Es war zunächst wohl eine Kornmühle, dann eine längere Zeit eine Ölmühle, dann wieder Kornmühle, eine Dreschmühle (Anm. Kornmühlen hatten i.A. Dreschwerkzeuge)

Jedenfalls .... Ernst Wein, stolz auf sein selbst entworfenes, vom Mühlrad betriebenes Dreschwerkzeug,  vermachte die Mühle einem Bauunternhemer aus Sevenich (ca 1960) , dieser unterstützte die Familie Wein schon seit einigen Jahren.

Die Bauschäden wurden durch mutwillige Zerstörungen immer grösser, bis das die Gebäude abgerissen werden mussten. Nur das ehemalige Backhaus (und das tolle Wehr im Bach) blieben erhalten. Letzter Wechsel der Eigentümer war nach Tode des Bauunternehmers  1997 nach Boppard.



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