Das Baybachtal im Hunsrück

von Herrmann Etzkor / Sabershausen, Hunsrück

(Ich habe ihn noch nicht gefragt, ich hoffe, das die Veröffentlichung hier OK ist!)

 

Wo findet man in tiefster Weise

Den Frieden wohl auf dieser Welt ?

Am Baybach eine Wanderreise

Den Menschen ganz gefesselt hält.

 

Im Traum verloren wie in Sagen

Geht hier der Wand’rer still einher,

ganz ohne Halt und ohne Jagen,

als ob auch stets nur Sonntag wär’.

 

Im Bach, Forellen ziehen leise,

der Fels ragt auf zum Himmelszelt,

in Lüften ziehet stille Kreise

der Bussard über seine Welt.

 

Man kann auch auf der Talesohlen

Ruinien alter Mühlen seh’n,

die gruselig und ganz verstohlen

hier geisterhaft am Bache steh’n.

 

Fast jedes Stück der Wege Buchten

Ihm dränget auf ein neues Bild,

das vorkommt in des  Tales Schluchten,

von Fels und Strauch romantisch wild.

 

Der Tropfstein sich in Höhlen bildet

Im Lauf der Zeiten Jahr um Jahr;

Das Gruseln niemals ganz verschwindet,

weil Berggeist selbst hier einstens war.

 

Manch seltne Pflanzen man hier findet:

Hirschzungen und auch Seidelbast,

der enge Pfad vorbei sich windet,

verweile hier zur kurzer Rast.

 

Auf schroffen Fels erhebt sich oben

Die alte Waldeckerburg am Hang,

die Ritterzeiten sind zerstoben,

aus ihrem Burgfried tönt Gesang.

 

Germanen, Kelten, Urwaldmannen,

die haben einstens hier gehaust.

Sie tranken Met aus großen Kannen,

dazu ward Schwarzwildkeul verschmaust.

 

Der Baybach alle überdauert,

die vor uns haben hier gelebt,

drum wird der Geist auch untermauert,

der doch zu höheren Zielen strebt.

 

Des Waldes Wipfel flüstern leise

Und Stille klingt Ihr einsam Lied

Sie warnen Menschen vor dem Kreise,

wo Trug und Machtgier sich vollzieht.

Der Bäume Kronen bilden Dome,

die mahnen hier wohl zum Gebet,

da alles in des Menschen Zone

ja eines Tages doch vergeht.